In welchem Stadium der Gonarthrose eine Operation nötig wird, worin sich totaler und teilweiser Ersatz unterscheiden und wann dem Knie wieder Bewegung zurückkehrt.
Das Knie ist das komplexeste Gelenk des Körpers: Hier arbeiten drei Knochen, zwei Menisken sowie Kreuz- und Seitenbänder zusammen. Wird der Knorpel dünner, gerät dieses System aus dem Gleichgewicht, die Beinachse verändert sich, und die Last beginnt, auf eine Seite des Gelenks zu drücken.
Zunächst konservative Behandlung: Gewichtsreduktion, Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur, Physiotherapie, entzündungshemmende Medikamente, bei Indikation intraartikuläre Injektionen.
Von einer Endoprothetik spricht man, wenn der Schmerz den Alltag einschränkt, den Schlaf stört, die Gehstrecke deutlich abgenommen hat und im Röntgenbild ein verschwundener Gelenkspalt sichtbar ist.
Das Knie besteht aus drei Kompartimenten, und der Verschleiß betrifft sie nicht immer vollständig.
Die Wahl erfolgt anhand von Röntgenbild, Beinachse und Untersuchungsbefund. Die Voraussetzungen für einen teilweisen Ersatz sind streng: Die übrigen Kompartimente müssen gesund sein und die Kreuzbänder intakt.
Ein Teil des Ergebnisses bei der Knieendoprothetik entsteht bereits vor der Operation. Ein Patient, der das weiß, erleichtert sich die Genesung spürbar:
Der verschlissene Knorpel und eine dünne Knochenschicht werden entfernt, an den Enden von Ober- und Unterschenkelknochen werden Metallkomponenten angebracht, dazwischen ein Polyethylen-Inlay. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Beinachse korrekt wiederherzustellen und die Bänder auszubalancieren — davon hängt die Haltbarkeit des Ergebnisses ab.
Die Operation dauert 1–2 Stunden, unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie.
Beim Knie hängt das Ergebnis stärker vom Patienten selbst ab als beim Hüftgelenk: Wer die Übungen vernachlässigt, riskiert unmittelbar eine Bewegungseinschränkung.
Nach Daten internationaler Register bleiben etwa 90–95 % der modernen Knieprothesen auch nach 15 Jahren an Ort und Stelle. Die Haltbarkeit hängt von Gewicht, Aktivität, Knochenqualität und der korrekten Wiederherstellung der Achse ab. Bei Lockerung oder Verschleiß ist eine Revisionsendoprothetik möglich.
Das zeigt nur die Untersuchung mit Röntgenbild. Voraussetzungen sind: Verschleiß nur in einem Kompartiment, intakte Kreuzbänder, eine im korrigierbaren Bereich liegende Achsabweichung. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, versagt ein teilweiser Ersatz rasch.
Für den Alltag genügen etwa 110 Grad: Sitzen, Treppensteigen, Einsteigen ins Auto. Die meisten Patienten erreichen 110–125 Grad. Der Beugungsumfang vor der Operation beeinflusst das Ergebnis stark — deshalb sind Übungen in der Vorbereitungsphase sinnvoll.
In der Regel 3–5 Tage. Die Entlassungsvoraussetzung ist einfach: sicheres Gehen mit Unterstützung und ausreichende Beugefähigkeit des Knies.
In Einzelfällen ja, aber die Entscheidung hängt vom Zustand des Herz-Kreislauf-Systems und vom Alter ab. Häufiger wird ein schrittweises Vorgehen gewählt — während ein Knie ausheilt, dient das andere als Stütze.
Viele können es, aber nicht für jeden ist es angenehm. Das ist kein Defekt der Prothese, sondern eine Empfindlichkeit des Gewebes vor dem Knie.
Gehen, Schwimmen, Fahrradfahren — ja, und das ist sogar sinnvoll. Laufen, Sprünge und Kontaktsportarten beschleunigen den Verschleiß der Prothese und werden nicht empfohlen.
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